11.11.2016

Mohair Flauschcardigan


Gestern Abend ist er endlich fertig geworden mein Mohair Flauschcardigan. Zwischenzeitlich musste ich viel ribbeln und neu stricken, ständig Wolle nach bestellen, weil ich mich verschätzt hatte und ich habe die Fusselrolle lieben gelernt. Sie wurde zu meinem wichtigsten Werkzeug beim Stricken des Cardigans. Sobald ich die Arbeit beiseitelegte, kam die Fusselrolle zum Einsatz. Einmal die Couch entfusseln, einmal mich entfusseln. 


Mein Cardigan ist ein Federgewicht. Man spürt ihn kaum auf der Haut und dazu ist er noch unglaublich weich und warm. Es trägt sich wunderbar. Ich habe auch kein Problem mit Mohair, nichts kribbelt auf der Haut. Verstrickt habe ich die Mohairlana von Lana Grossa in graublau.


Mein Cardigan ist ein nachgestricktes Designerstück. Vielleicht kennt der eine oder andere schon das Stricklabel Maiami. Dabei handelt es sich um eine Berliner Designerin, die luxuriöse Strickware in Handarbeit herstellt. Im KaDeWe konnte ich ein paar Teile von ihr bewundern. Da ich sie mir nicht leisten kann, ich aber stricken kann, habe ich versucht ihren Pleated Cardigan nach zu empfinden. Ich denke, bis auf die Länge ist es mir sehr gut geglückt.  


Ja meckern auf hohem Niveau, aber ich hätte ihn ca. 8 cm kürzer besser gefunden. Er würde dann sportlicher, jünger und dynamischer wirken. Ärgerliche und das wurmt mich sehr. Ich kann ihn aber nicht noch mal aufribbeln, es sind schon alle Fäden vernäht. 


Und warum habe ich mein Telefon in der Hand? Fotos mache ich ja immer in einer One woman show mit Fernauslöser. Von 80 Fotos bin ich froh, wenn 10 Gute am Ende rauskommen. Man fotografiert dabei eher ins Nichts hinein. Wenn man Glück hat, stimmt die Schärfe, das Haar liegt, der Bauch ist eingezogen, die Falten sind nicht zu sehen, das Kleidungsteil kommt gut rüber und das alles bitte in einem Foto. 

Heute habe ich mal was anderes probiert, und zwar die EOS Remote App mit Live View Aufnahmen. Zum Überspielen von Kamerafotos auf das Handy benutze ich sie sehr gern, aber zum Fotografieren bisher noch nicht. Bei der App sind Telefon und Kamera (die muss natürlich WLANfähig sein) miteinander verbunden und nun kann man die Kamera durch das Telefon fernsteuern. Der Vorteil am Telefon ist, dass man sieht, was die Kamera ablichten wird, so als ob ich hinter der Kamera stehe. Das ermöglicht einen viel einfacher den Sitz des Kleidungsstückes oder die Körperhaltung zu überprüfen. Per Fingertipp kann ich gezielt den Fokussierpunkt auswählen und das Bild ist an der Stelle scharf, wo ich es haben möchte. Am Ende hatte ich heute 20 Fotos geschossen und nur 1/3 war Ausschuss.

Zurück zum Cardigan. Ich bin gerade dabei und schreibe euch noch die Anleitung für meinen Cardigan auf. Ich habe die Wolle dreifädig mit Nadel 9 verstrickt.

Liebe Grüße Andrea




09.11.2016

MMM

Bei uns ist es gerade nicht grau und trüb, so konnte ich ein paar Fotos von meinem heutigen Outfit machen. Ich trage eine neu genähte Hose und den Sloane Sweater von Named, den ich im letzten Jahr nähte und viel zu selten trage. Ich bin immer noch nicht mit meinem improvisierten Ausschnitt glücklich.

Der Hosenschnitt ist ein Glücksgriff. Ich habe einen Schnitt für eine schmal geschnittene Culotte, ohne Falten in der Taille, gesucht. Wahrscheinlich spricht man in diesem Fall nicht mehr von einer Culotte, sondern von einer 3/4 langen und gerade geschnittener Hose. Fündig bin ich in der Märzburda von 2012 geworden. Das ist eine meiner Lieblingsausgaben. Das ist bereits der dritte Schnitt, den ich aus dem Heft genäht habe. Ein blauer leichter Woll-Fischgrät-Stoff (war mal vom Markt am Maybachufer/Berlin) aus meinem Fundus bot sich an, den Schnitt auszuprobieren. 



Die Hose hat Hüftpassentaschen; einen schmalen Formbund, der auf Anhieb passte und Gesäßtaschen, die ich wegließ. Passformänderungen waren nicht nötig. Die Hose, genäht in Gr. 38 passte sofort, hurra. Die Beine sind gerade geschnitten. Ich finde, dass gerade geschnittene Hosenbeine angezogen manchmal etwas ausgestellt wirken. Das muss irgendeine optische Täuschung sein. Von ausgestellten Hosen bin ich kein Fan, daher habe ich die Hose zum Saum hin auf jeder Seite um 1cm verschmälert. Wenig aber ausreichend.



Die Hose trägt sich super. Sie ist leicht und warm. In meinem Stoffschrank war der Stoff immer so knittrig, jetzt als fertiges Kleidungsstück knittert er kaum noch. Jetzt muss ich nur noch eine Strumpflösung finden. Der Wollstoff bleibt an jedem Strumpf hängen, doof. Hat einer eine Idee?

verlinkt mit Me Made Mittwoch

Liebe Grüße Andrea

07.11.2016

Wintermantel Sew Along - Teil 4

Ich bin gut voran gekommen mit meinem Gehrock aus der Burda 8/2012 - Mod. 101. Bis auf Druckknöpfe annähen und aufbügeln bin ich fertig. Nach einem zwischenzeitlichen Hoch bin ich im Moment nicht mehr so sicher, ob es eine gute Idee war, die Jacke doppellagig mit Oberstoff und der wärmenden Einlage Thinsulate P80 zu verarbeiten. Thinusalte ist recht dünn und formstabil. Ich habe es schon einmal in meiner Weste verarbeitet und finde es dort sehr angenehm und wirklich wärmend. Hier bei der Jacke könnte die formstabile Charaktereigenschaft eher ein Hindernis sein. Der Oberstoff verliert an Leichtigkeit und fällt nicht mehr so schön. Ich werde es erst mal so lassen und die Jacke eine Weile tragen. Sollte es mir nicht gefallen, setze ich die Schere an und schneide es vorsichtig raus. Dann hätte ich zwar keinen wintertauglichen Mantel und müsste einen Neuen nähen.


Dabei könnte ich gleich neue Erkenntnisse anwenden, denn durch Karin habe ich gelernt, dass Steppfutter immer 2 satinierte Seiten haben sollte. Was einen logisch erscheint, da dadurch jede Lage beweglich bleibt. Thinsulate hatte ich aber noch hier und am Ende bringt einen die Erfahrung wieder einen Schritt weiter. 

Ich freue mich schon auf das Finale am nächsten Sonntag und die Vielfalt der diesjährigen selbst genähten Wintermäntel. Hüpf zum heutigen Me Made Mittwoch - Wintermantel sew along Treffen. 

Bis dahin, liebe Grüße Andrea

02.11.2016

Ravello Sweater


Mein Ravello Pulli ist schon ein paar Tage fertig und ich trage ihn seitdem sehr gern. Während der Entstehung hatte ich schon einmal über ihn berichtet (hier). Trotz Nadel 3,5 hatte ich ihn flott runter gestrickt. Zurzeit glühen meine Nadeln. Ich habe gerade sehr viel Freude am Stricken. 


Mit der Passform bin ich sehr zufrieden. Die Fakeseitennaht gefällt mir sehr gut und auch die breiten Bündchen mag ich sehr. Der Halsausschnitt könnte für meine Bedürfnisse etwas schmaler sein, das darunter blitzt gern vor. 




Das Holst Garn Coast, ein Merino-Baumwollgemisch (45% Baumwolle, 55% Merino), ist sehr dünn aber sehr ergiebig und wunderbar weich und warm, ohne dass man gleich darin schwitzt. Nach dem Waschen verändert es seine Struktur gewaltig. Es schrumpft sehr zusammen, sodass mir der Pulli etwas zu kurz war und ich anstricken musste, was bei der top-down Methode kein Problem ist. So konnte man aber gut die unterschiedliche Struktur des Gestricks vor und nach dem Waschen erkennen. Nach nochmaligem Waschen ist jetzt alles perfekt. Der Pulli knittert etwas, besonders in den Armbeugen, und er gibt beim Tragen etwas nach. Das liegt sicherlich am Baumwollanteil. 




Anleitung: ravello by Isabell Krämer über Ravelry
Garn: 3,5 Knäule a 50g Holst Garn Coast in der Farbe Dove
Nadel: 3,5, Bündchen mit 3,0
Maschenprobe: 25 M x 36 R
Änderungen: - Größe L um auf S zu kommen
                     - Arme und Body um 5 cm verlängert
                     - während der Raglanzunahme 10 zusätzliche Reihen eingefügt 

Ich verlinke mich heute beim memademittwoch, wo Meike ein Lieblingskleid vorführt. Ich hätte noch so einiges zum Zeigen. Ich habe eine tolle Hose genäht (da Fehlen nur passende Schuhe) und eine Hemdbluse und mein Wintermantel wird, glaube ich, auch ein Knaller.  

Liebe Grüße Andrea

24.10.2016

Wintermantel Sew Along - Teil 3

Den letzten Termin musste ich ausfallen lassen, da ich noch keinen Stoff zum Zeigen hatte. Gestern auf dem Holland Stoffmarkt bin ich nun fündig geworden, auch wenn es nicht ganz das ist, was ich wollte. Nachdem ich den Artikel von Die Modeflüsterin über einen Zaubermantel gelesen hatte, wollte ich unbedingt einen auffälligen Stoff haben, gern Leo oder große Karos. Die Leostoffe, die ich fand, sahen alle billig aus, vielleicht fehlte mir auch die Vorstellungskraft. Dann entdeckte ich im Idee-Creativmarkt einen wunderschönen grau-rosa karierten Wollstoff mit felliger Oberfläche der mit 69,- Euro/m mir viel zu teuer ist, schade der wäre es gewesen. Gekauft habe ich nun einen schwarz-grauen Boucléstoff. Das grau wirkt fast etwas silbrig. Alle anderen Zutaten wie Futter und Schulterpolster fehlen noch. Den Schnitt muss ich auch noch kopieren.


Beim Schnitt habe ich für den Gehrock aus der Burda 8/2012 - Mod. 101 entschieden. Alternativ hatte ich noch den schlichten Jackenschnitt aus der Burda 3/2012 - Mod.110 in Erwägung gezogen. Den Schnitt habe ich schon einmal in einer kurzen Variante vernäht. Das Jäckchen sitzt recht eng. Da ich überlege meinen Mantel mit wärmender Einlage zu versehen, könnte es bei dem schlichten Jackenmodell ohne Kragen Probleme bei der Passform geben. 

Wenn ich mich so bei meinen Mitnäherinnen umsehe, seit ihr alle schon schön weit. Ich muss mich jetzt sputen.

Liebe Grüße Andrea